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31.05.2017  01:30
Trump leitet die ersten Schritte ein
Thierry Meyssan beobachtet die Handlungen des Präsidenten Trump, um seine Verbündeten und Partner zu überzeugen, die Dschihadisten, die sie unterstützen, bewaffnen und leiten, fallen zu lassen. Im Gegensatz zu dem was die internationale Presse und seine politischen Gegner sagen, verfolgt das Weiße Haus seit vier Monaten unermüdlich eine anti-imperialistische Politik, die ihre ersten Früchte zu tragen beginnt: der Vorgang der Beendigung der saudische Unterstützung für die Muslim-Bruderschaft, das Ende der Koordinierung der Dschihadisten durch die NATO und der Vorgang der Beendigung der westlichen Finanzierung der Muslimbruderschaft. [Quelle: voltairenet.org] JWD
 

Von Thierry Meyssan  |  Voltaire Netzwerk  |   Damaskus (Syrien) |  30. Mai  2017
 

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Quelle: voltairenet.org (verlinkt)

Obwohl die NATO entwickelt wurde, um gegen die Sowjetunion zu kämpfen, hat Donald Trump sie jetzt neu ausgerichtet. Wenn sie auch das Ziel beibehält, mit Russland zu rivalisieren, wird sie nun die Hälfte ihrer Mittel der Bekämpfung des Dschihadismus widmen.

Seit der 3. Konferenz der Freunde von Syrien in Paris am 6. Juli 2012, bis zur Machtübernahme von Präsident Trump in Washington am 21. Januar 2017, haben die Vereinigten Staaten, Frankreich und das Vereinigte Königreich nicht aufgehört, sowohl den Krieg gegen Syrien zu organisieren als auch so zu tun, als ob sie einen politischen Ausweg suchten.

Donald Trump zeigte sich während der vergangenen 16 Jahre und vor allem während seines Präsidentschaftswahlkampfes als ein anti-imperialistischer Aktivist. Im Gegensatz zu dem, was seine Kritiker behaupten, beeinflusst die Tatsache, dass er ein Milliardär ist, in keiner nachteiligen Weise seine politischen Überzeugungen.

Seit seiner Ankunft im Weißen Haus [1] kämpft Präsident Trump vorerst gegen seine eigene Verwaltung, deren Regierungsbeamten zu 98 % für Hillary Clinton gestimmt haben, und zusätzlich gegen die mit seinem Vorgänger verbündeten Regierungen.

Während der letzten vier Monate hat er auch seinen Willen fortgesetzt, sein Land und die Welt zu befreien, indem er eine Reihe von Aktionen durchführte, welche seine Gegner verdrehen oder als widersprüchlich präsentieren.

Auf dem Gipfel mit muslimischen Staaten am 21. Mai in Riyad rief Donald Trump seine Gesprächspartner im allgemeinen und Saudi Arabien im Besonderen auf, damit sie jeglichen Kontakt mit der Muslimbruderschaft und jegliche Verbindung mit dem islamistischen Terrorismus aufgeben [2]. Vollkommen bewusst, dass er König Salman bat, auf seine Hauptarmee zu verzichten, hat er ihm ein Ersatz-Arsenal von einem Wert von $ 110 Milliarden angeboten.

Trotz eines Ansturms von Güte des Königs und seines Hofes hat Saudi-Arabien eine Erklärung am Ende des Gipfels veröffentlicht, ohne sie den anderen Teilnehmern vorzulegen [3]. Dieses Dokument kann als die Ankündigung der Schaffung einer "Islamischen militärischen Koalition" gelesen werden, die die "Gemeinsamen arabischen Kräfte", die wir im Jemen an der Arbeit sahen, erweitert. Aber es kann auch später gebraucht werden als Rechtfertigung für eine saudische Besetzung von Regionen in Syrien, Irak und anderswo, die von Daesch befreit worden sind.

Auf dem NATO-Gipfel in Brüssel am 25. Mai zwang Donald Trump seine Verbündeten sich vor einem Reststück der Berliner Mauer und vor einem anderen der Twin Towers zu verbeugen. Er erinnerte sie daran, dass sie - im Namen des Artikels 5 des Vertrages - das Prinzip des Kampfes gegen den Terrorismus während der Angriffe vom 11. September unterzeichnet hatten und zwang sie, die Ziele der Allianz darauf umzustellen [4]. Diese wird sicherlich ihre anti-russische Funktion beibehalten, aber wird sich jetzt der Beseitigung der Dschihadisten widmen, die sie bis jetzt von ihrer Basis in Izmir (Türkei) aus koordinierte. Darüber hinaus nötigte er sie, Informationen über terroristische Organisationen innerhalb einer Nachrichten-Koordinierungszelle zu teilen.

Am G7-Gipfel in Taormina am 26.Mai entriss Donald Trump seinen Verbündeten eine Erklärung "gegen den Terrorismus und gewalttätigen Extremismus". [5]. In Wirklichkeit haben aber seine Partner nur eine Zusage gemacht, um das Übergreifen des Terrorismus in Gebieten zu verhindern, wo sie ihn organisieren, finanzieren und leiten. Wie auch immer, der G7 hat einen Prozess eingeleitet, der nicht nur die Finanzierung des Terrorismus, sondern auch den gewalttätigen Extremismus, d.h. die Muslimbrüder, die Matrix des Terrorismus, unterbinden soll.

Diese Erklärung war nur im Zusammenhang mit dem Attentat von Manchester am 22. Mai möglich, durchgeführt von dem Sohn eines MI6-Doppelagenten, zugleich ehemaliges Mitglied des Sicherheitsdienstes von Muammar Gaddafi und von Al-Kaida [6]. Aber es ist offensichtlich, dass die Briten noch immer nicht beabsichtigen auf die Muslim-Bruderschaft zu verzichten.

Allerdings scheint es möglich, dass Frankreich und Deutschland jetzt in ihren Diensten aufräumen werden. Es wird aber einige Zeit in Anspruch nehmen. Donald Trump in seiner eigenen Verwaltung hat es auch noch nicht geschafft. So liess am 20. Mai in Jeddah das Pentagon den Dschihadisten Waffen liefern, gemäß eines in den letzten Tagen des Präsidenten Übergangs gemachten Vertrages [7]. Diese neuen Waffen beinhalten multi-Raketenwerfer und bulgarische OT-64 SKOT Panzer.


[1] „Donald Trumps Antrittsrede“, von Donald Trump, Voltaire Netzwerk, 21. Januar 2017.

[2] “Donald Trump’s Speech to the Arab Islamic American Summit”, by Donald Trump, Voltaire Network, 21 May 2017.

[3] “Riyadh Declaration”, Voltaire Network, 23 May 2017.

[4] “Remarks by Donald Trump at NATO Unveiling of the Article 5 and Berlin Wall Memorials”, by Donald Trump, Voltaire Network, 25 May 2017.

[5] “G7 Taormina Statement on the Fight Against Terrorism and Violent Extremism”, Voltaire Network, 26 May 2017.

[6] „Manchester, MI6, Al-Qaïda, Daesh und die Abedi“, Übersetzung Ralf Hesse, Voltaire Netzwerk, 25. Mai 2017.

[7] „Das Pentagon hält Verträge zur Bewaffnung der Dschihadisten aus der Obama-Ära ein“, Übersetzung Horst Frohlich, Voltaire Netzwerk, 30. Mai 2017.

Autor: Thierry Meyssan | Übersetzung: Horst Frohlich  |  Quelle: Al Watan (Syrien)

Thierry Meyssan: Politischer Berater, Präsident und Gründer des Réseau Voltaire und der Konferenz Axis for Peace. Er veröffentlicht Analysen über ausländische Politik in der arabischen, latein-amerikanischen und russischen Presse. Letztes, auf Französisch veröffentlichte Werk: Sous nos yeux - Du 11-Septembre à Donald Trump..

Dieser Beitrag ist unter Lizenz der Creative Commons (CC BY-NC-ND)

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