|
15.04.2026 15:00 | Teilen Folgen der Kriege gegen die Slawen, Araber und Perser - Der Zusammenbruch des multilateralen Rechts und die Verwirrung der Schlachtfelder Die Vereinigten Staaten verhielten sich anlässlich des israelischen Krieges gegen den Iran wie Barbaren. Ihr Präsident, Donald Trump, hat sich dazu bekannt, Zivilisten anzugreifen, während er vor einem Monat noch behauptete, sie befreien zu wollen. Er ging sogar so weit, mit der Auslöschung der iranischen Zivilisation zu drohen, er, der den Friedensnobelpreis erhalten wollte. - Als Washington so handelte, hat es nicht nur gegen die UN-Charta verstoßen. Es hat einige... [Quelle: voltairenet.org] JWD ...seiner Verbündeten zu der Erkenntnis genötigt, dass es nicht ihr Beschützer war, sondern dass es sie im Gegenteil in einen Krieg stürzte, den sie nicht gewählt hatten.
Von
Thierry Meyssan | Quelle: Voltaire Netzwerk | Paris
(Frankreich) | 14. April 2026
Damit stellt sich der Präsident der Vereinigten Staaten außerhalb der Zivilisation. Wenn es seit der Haager Konferenz 1899 ein grundlegendes Prinzip des Völkerrechts gibt, dann ist es, dass sich die Unterzeichnerstaaten nicht wie Barbaren verhalten dürfen. Er hat seine Drohung nicht umgesetzt, aber mit beispielloser Gewalt zivile Ziele absichtlich zerstört. Er hat begonnen, an der Ermordung des spirituellen Führers von Millionen Schiiten, Ayatollah Ali Khamenei, teilzunehmen (UN S/2026/109). Anschließend wurden die Sportanlagen Azadi und Besat, der Wasserpark Azadegan, das Shahidan Esmaeili-Stadion sowie die Sporthalle Shahid Eskandarloo in Teheran zerstört (UN S/2026/130). Dann die Grundschule von Minab. Anschließend hat er die Gebäude des Roten Halbmonds, die Krankenhäuser Gandi, Motahari und Khatam in Teheran, sowie das Abouzar-Krankenhaus in Ahvaz angegriffen (S/2026/111). Er hat mehrere Brennstofflagerstätten in Teheran bombardiert, wodurch große Mengen an Kohlenwasserstoffen, Schwefel- und Stickoxide, in die Atmosphäre freigesetzt wurden, was sauren Regen fabrizierte und den Tod vieler Überlebender der Gasangriffe im Irak-Iran-Krieg und massive Brände (UN S/2026/149) verursachte. Er bombardierte kulturelle Stätten, wie den Palast der Kadscharen-Dynastie, den Golestan (UN S/2026/180). Und wahrscheinlich aus Verwirrung hat er UNESCO- und WHO-Büros (S/2026/269), sowie sogar das Pasteur-Institut vom Iran (S/2026/279) bombardiert. Da seine Gewalt keine Grenzen kennt, während er behauptete, gegen eine atomare Gefahr zu kämpfen – wir haben bereits ausführlich erklärt, dass es seit 1988 kein iranisches militärisches Atomprogramm mehr gibt — bombardierte er das zivile Elektrizitäts-Atomkraftwerk in Buschehr viermal, mit dem Risiko, das Kühlsystem zu zerstören und radioaktive Strahlung in alle Gewässer der Region zu leiten. Von nun an glauben die Menschen im Nahen Osten nicht mehr, dass die Vereinten Nationen sie schützen und dass die Vereinigten Staaten ihnen Frieden bringen können [2]. Die Bevölkerungen der Golfstaaten, die US-Militärbasen auf ihrem Boden akzeptiert hatten, damit sie sie schützen, lernten auf schmerzhafte Weise, dass sie getäuscht worden waren. Ihre US-Gäste nutzten deren Territorien, um ihren Krieg gegen die persische Zivilisation zu führen, und machten damit die Gastgeber zu Zielen für Irans legitimen Widerstand. Die in den letzten fünf Wochen entstandene Verwirrung hat gezeigt, dass Multilateralismus dem Völkerrecht entgegenstehen kann. Um sich zu schützen, haben die Golfstaaten zahlreiche multilaterale Erklärungen abgegeben: an den Golfkooperationsrat [3], an die Arabische Liga [4], an die Internationale Seeschifffahrt Organisation [5]. Sie haben schließlich entdeckt, dass das Völkerrecht sie eines Besseren belehrte: Sie sind nämlich für die US-Aggression, die von ihrem Boden aus verübt wurde, gemeinsam verantwortlich. Diese Verwirrung erreichte ihren Höhepunkt mit der Verabschiedung der Resolution 2817 des Sicherheitsrats mit zwei Enthaltungen, die am 11. März 2026 jene Resolution 3314 der Generalversammlung ignorierte, die am 14. Dezember 1974 einstimmig und ohne Abstimmung angenommen wurde. Es ist offensichtlich, dass die UNO, wie wir sie kennen, grundlegend reformiert oder aufgelöst werden muss [6]. Die Verwirrung konzentriert sich nun auf die Straße von Hormus. Lassen wir die Phase des Krieges beiseite, in der Iran die Meerenge Schiffen verboten hat, die den Iran angegriffen haben (Israel, die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich), sowie jenen Ländern, die diesen Mächten erlaubten, ihr Territorium für ihre Aggression zu nutzen (Deutschland und Italien, Jordanien, die Golfstaaten). Im Westen herrscht Konsens, dass niemand in Friedenszeiten in der Meerenge das Gesetz diktieren kann. Das ist jedoch nicht klar: Die Gewässer der Straße von Hormus sind omanische und iranische Hoheitsgewässer, keine internationalen Gewässer. Angesichts der mangelnden Tiefe der Meerenge, erfolgt die Durchfahrt prinzipiell eher auf omanischer als auf iranischer Seite. Diese beiden Länder können sich legitim verabreden und eine Maut verlangen, wie es bei den Suez- und Panamakanälen der Fall ist, obwohl es sich hier um eine natürliche Meerenge handelt [7]. Sie können jedoch nicht die Durchfahrt des Weltverkehrs "harmlos" durch ihre Gewässer verbieten, zumal sie den Zugang zum Persischen Golf kontrollieren. Bis auf die riesigen Öltanker, die mit ihrer extrem umweltschädlichen Ladung, im Falle eines Schiffsunglücks eine reale Gefahr darstellen. Das Beispiel des Suezkanals ist nicht unbedeutend: 1956 versuchten die beiden britischen und französischen Imperien mit militärischer Unterstützung des Kolonialstaates Israel, die Kontrolle über den Suezkanal zu übernehmen, den der ägyptische Präsident Gamal Abdel Nasser gerade verstaatlicht hatte. Diese Operation war jedoch ein Fiasko. Sie markierte das Ende der beiden Kolonialreiche und offenbarte das französisch-britische Bündnis mit Israel – das von Charles De Gaulle während des Sechstagekriegs dann gebrochen wurde. Die Krise der Straße von Hormus könnte ihrerseits das Ende der US-Ambitionen gegenüber dem "Rest der Welt" markieren. Eine weitere Frage stellt sich: Wenn Oman und Iran eine Maut erheben dürfen, wie kann man dann sicher sein, dass der Betrag nicht prohibitiv ist und in welcher Währung er bezahlt wird? Zu diesem Thema hat Iran vorgesehen, dass es in Yuan zahlbar ist, während die Vereinigten Staaten, die an der Vorherrschaft des Dollars hängen, es in Dollar zahlbar sehen möchten, oder, falls nicht, in Trump-Münze ($Trump), in der Kryptowährung der US-Präsidentenfamilie und der emiratischen Königsfamilie Al-Zayed [8]. Falls die Maut nicht in Dollar beglichen wird, würden die Ölgesellschaften sich darauf vorbereiten, diese Währung aufzugeben. Diese basiert jedoch nicht mehr auf der Wirtschaft der Vereinigten Staaten, sondern auf ihrer Kontrolle des globalen Kohlenwasserstoffmarktes. Dieser Wandel wäre daher die Fortsetzung des Krieges gegen den "Großen Satan". Am 12. April veröffentlichte Präsident Trump eine Nachricht auf X: "Mit sofortiger Wirkung wird die United States Navy, die schönste der Welt, mit dem Prozess beginnen, alle Schiffe zu BLOCKIEREN, die versuchen, die Straße von Hormus zu betreten oder zu verlassen. Irgendwann werden wir dieses Prinzip erreichen: "ALLE WERDEN REINGELASSEN, WENN ALLE RAUSGELASSEN WERDEN", aber Iran hat das nicht einfach zugelassen, indem er sagte: "Vielleicht gibt es irgendwo eine Mine", von der außer den Iranern niemand weiß. Das ist GLOBALER BETRUG, und die Staatsmänner, insbesondere die der Vereinigten Staaten von Amerika, werden niemals erpresst werden. Ich habe außerdem unsere Marine angewiesen, alle Schiffe, die an Iran Zollgebühren gezahlt haben, in internationalen Gewässern aufzusuchen und anzuhalten. Keines von jenen, die eine illegale Maut gezahlt haben, wird eine sichere Fahrt auf hoher See haben. » [9] Weil er nicht weiß, was er machen soll, blockiert Donald Trump selbst die Straße von Hormus, während die Angelsachsen seit zwei Jahrhunderten die Freie Fahrt und den Handel durchsetzen – also kein "Freihandels"-Dogma mehr! —. Aber es stimmt, dass die Jacksonianer keine Globalisten sind. Egal: Donald Trump hat seine Wähler bereits verraten, indem er diesen Krieg vor anderthalb Monaten begonnen hat. Heute verrät er seine Vorgänger. Wir erleben den Selbstmord der Vereinigten Staaten. Thierry Meyssan
Autor: Thierry Meyssan | Übersetzung:
Horst Frohlich | Korrekturlesen : Werner Leuthäusser
12.04.2026 14:00 | auf Telegram ansehen
08.04.2026 00:00 | auf Telegram ansehen
30.03.2026 00:00 |
#Machtstrukturen | auf Telegram ansehen
29.03.2026 00:00 | auf Telegram ansehen
29.01.2026 00:00 | auf Telegram
ansehen
18.06.2025 00:00 |
auf Telegram ansehen
|