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30.10.2026 00:00
| #Machtstrukturen |
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Die atlantische Herrschafts-Klasse
von Milner bis Epstein
Im Folgenden werde ich darlegen, dass der
gesellschaftliche Zerfall und das zunehmend repressive Umfeld im Westen
die Folgen der Transnationalisierung seiner herrschenden Klasse sind. -
Wie man die herrschende Klasse verstehen kann - Eine herrschende
Klasse verdient diesen Titel, weil sie in der Lage ist, mithilfe der ihr
zur Verfügung stehenden Mittel der Wertschöpfung und der Gewalt die
Hebel des menschlichen Überlebens für den Rest der Gesellschaft zu
kontrollieren. Unabhängig davon, welche Narrative um diese Fähigkeit
gewoben... [Quelle: free21-magazin.de]
JWD
....werden, ist dies der materielle
Aspekt, ohne den sie ihre Herrschaft nicht aufrechterhalten kann. Kein
Anspruch auf göttliches Recht, menschliche Freiheit oder historische
Notwendigkeit wird die herrschende Klasse stützen können, wenn ihre
Fähigkeit, Reichtum zu schaffen und ihren Willen mit gewaltsamen Mitteln
durchzusetzen, ins Wanken gerät. Dann entsteht eine revolutionäre
Situation, und letztendlich wird eine neue Klasse die Macht übernehmen.
Von
Kees van der Pijl |
veröffentlicht am 23. Oktober 2026, |
Quelle: Free21

Screenshot | Quelle:
free21-magazin.de | Symbolbild, erstellt mit ChatGPT, gemeinfrei
„Herrschaft“ ist daher letztlich gleichbedeutend mit der Macht über
Leben und Tod. Kriege, aber auch Ausnahmezustände wie die jüngste
Corona-Panik sind dementsprechend ebenso Beispiele für die Ausübung von
Klassenherrschaft wie der gewinnorientierte Betrieb einer Wirtschaft
[1]. Je weiter eine herrschende Klasse von Strukturen des
Klassenkompromisses wie einem nationalen Parlament entfernt ist, desto
repressiver und destruktiver wird ihre Herrschaft, wie wir heute sehen
können. Selbst die mächtigsten Staaten wie die Vereinigten Staaten
verfolgen kein „nationales Interesse“ mehr in dem Sinne, dass sie zum
Wohle ihrer Gesellschaft als Ganzes handeln; vielmehr beutet die
transnationale Herrschafts-Klasse die nordamerikanische soziale Basis
ebenso rücksichtslos aus wie die anderer Länder und nutzt den
US-Machtapparat in dem Umfang, wie es ihren eigenen Interessen dient –
ungeachtet dessen, was mit dem Rest der Gesellschaft geschieht [2].
Heute ist der globalisierte Kapitalismus weltweit die vorherrschende
Produktionsweise, wobei die merkantilistische staatliche Kontrolle nach
wie vor wirksam ist; während im Bereich der Außenbeziehungen die
souveräne Gleichheit von der atlantischen Herrschafts-Klasse, die
versucht, eine „globale Governance“ durchzusetzen, hinter sich gelassen
wird. Dagegen wehren sich die sogenannten Herausfordererstaaten –
Gesellschaften, die sich hinter dem Prinzip der souveränen Gleichheit
(wie im „Realismus“ der internationalen Beziehungen) verschanzen und
merkantilistische Wirtschaftssysteme verfolgen. Die aktuelle
Konstellation der G7 gegenüber den BRICS-Staaten ist hierfür das
offensichtliche Beispiel.
Die Formierung der herrschenden Klasse wird heute vom
Überwachungskapitalismus dominiert, der durch die Fortschritte in der
Informationstechnologie (IT) ermöglicht wird. Aufgrund der
kompromisslosen imperialistischen Politik des Westens gewinnt der
BRICS-Block an Bedeutung, da er sich an den Grundsatz der souveränen
Gleichheit hält und nicht an eine andere Produktionsweise als die, die
merkantilistische Elemente beinhaltet. Vor diesem Hintergrund analysiere
ich die Entstehung einer transnationalen Herrschafts-Klasse, in der der
Westen nach wie vor eine Sonderstellung einnimmt.
Die englischen Ursprünge
des globalen Kapitalismus und der globalen GovernanceDer
Prozess der atlantischen Klassenbildung setzte erst gegen Ende des 19.
Jahrhunderts zwischen Großbritannien und Nordamerika ein; während und
nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er auf Westeuropa ausgeweitet, und nach
dem Zusammenbruch des Kommunismus erfasste der atlantische Zionismus den
gesamten Westen.
Jede Phase stützte sich auf eine bestimmte
Akkumulationsweise innerhalb des Kapitalismus: Finanzkapital (d.h. in
Verbindung mit der Schwerindustrie); „Fordismus“, die Massenproduktion
langlebiger Konsumgüter bei finanzieller Repression; und nach einer
weiteren Runde finanzieller Liberalisierung der Aufstieg des
Überwachungskapitalismus.
Diese Akkumulationsweisen sind wichtig, um die führenden
„Kapitalfraktionen“ zu bestimmen, die unter einem bestimmten
Kontrollkonzept den Kurs der herrschenden Klasse insgesamt vorgeben. [3]
Der gesellschaftliche Raum, in dem sich diese transnationale
Herrschafts-Klasse herausbildete, lässt sich noch zwei Jahrhunderte
weiter zurückverfolgen, bis zum Englischen Bürgerkrieg und der ihn
abschließenden „Glorious Revolution“ von 1688. Im Gefolge des Sieges der
Whigs auf den Britischen Inseln entstand die Freimaurerei als
internationale Bewegung, die die „Glorious Revolution“ propagierte; die
Aufklärung des 18. Jahrhunderts war ihre Blütezeit [4]. Die Freimaurerei
lässt sich am besten als weitreichender Klassenkompromiss zwischen einer
kommerziell orientierten Aristokratie und dem aufsteigenden Bürgertum
verstehen. Sie trat gleichzeitig in vielen Ländern auf, stellte aber
noch keine transnationale Klassenbildung im hier gemeinten Sinne dar,
weil ihr meist der Aspekt eigenständiger Handlungsmacht fehlte. Gewiss
waren die Loslösung der Vereinigten Staaten, die Französische Revolution
und die Befreiung Lateinamerikas von der iberischen Oberherrschaft von
ihr inspiriert. Die Freimaurerei war stets ein Schmiermittel
transnationaler Kommunikation, doch ihre Handlungsmacht blieb
überwiegend national geprägt und diente gelegentlich als Subunternehmer
transnationaler Kräfte – in jüngerer Zeit etwa die Loge Propaganda Due
(P2) in Italien in den 1970er Jahren, als sie im Interesse der
atlantischen Herrschafts-Klasse dazu beitrug, den Kommunisten den Weg zu
politischer Legitimität zu versperren.

Screenshot | Quelle:
free21-magazin.de
Initiation eines „Suchenden“ in die
Freimaurerei. Kupferstich, 1745 in Frankreich. (Illustration: Unbekannt,
Wikimedia Commons, gemeinfrei)
Die britische Industrielle Revolution, gespeist aus der weitgespannten
imperialen Ressourcenbasis, machte das Land bis etwa 1860 zur führenden
Weltmacht. Der Rest der Welt wurde entweder zur Peripherie oder folgte
in seltenen Fällen dem Beispiel Frankreichs, das das erwähnte Modell des
Herausfordererstaates etablierte: eine Verbindung merkantilistischer
Politik mit dem Prinzip souveräner Gleichheit. Frankreich übernahm hier
eine Pionierrolle, wurde unter der Bourbonenmonarchie jedoch im
Siebenjährigen Krieg (1756–1763) geschlagen. Die Französische Revolution
modernisierte anschließend die Herausfordererposition, indem sie eine
sich ihrer selbst bewusste Nation mobilisierte, die souveräne Gleichheit
unterstützte. Auf dieser Grundlage erzielte Frankreich spektakuläre
Erfolge; in der späteren Phase von Napoleons Herrschaft wurde es jedoch
Opfer seiner imperialen Ambitionen. Das von Frankreich errichtete
merkantilistische Kontinentalsystem erwies sich gegenüber der britischen
Finanz- und Seeherrschaft als ineffizient. Anders lag der Fall, als
Deutschland nach dem Krieg gegen Frankreich 1870/71 von Bismarck geeint
wurde und ebenfalls die Position eines Herausfordererstaates einnahm,
mit Österreich-Ungarn im Gefolge. Großbritannien hätte diese rasch
aufsteigende neue Formation allein nicht besiegen können, doch seine
herrschende Klasse stand noch vor weiteren Herausforderungen. Hier
beginnt unsere Darstellung der Entstehung einer transnationalen,
atlantischen Herrschafts-Klasse mit wirksamer Handlungsmacht.
Phase 1: Die atlantische Wende der britischen Herrschafts-Klasse
Seit dem späten 19. Jahrhundert durchliefen alle großen Länder sowie die
Vereinigten Staaten eine Phase nachholender Industrialisierung, um mit
Großbritannien gleichzuziehen. Der Kapitalismus erlebte eine zweite
Industrielle Revolution, geprägt von großindustrieller Schwerindustrie
und Eisenbahnbau. Zusammengehalten wurde sie vom Finanzkapital, also von
Banken, die eng mit Großkonzernen verflochten waren, deren Kapitalbedarf
sie deckten und denen sie zugleich den Zugang zu Auslandsmärkten
sicherten und/oder Schutz hinter Zollmauern verschafften. Ihr
Kontrollkonzept war imperialistisch, das heißt chauvinistisch und
sozialdarwinistisch.
Als Gegenbewegung zu diesem Konzept und seinem inhärenten Drang zum
Krieg entstand in allen großen Industriestaaten, besonders im neu
geeinten Deutschland, eine sozialistisch inspirierte Arbeiterbewegung.
Bismarck band die deutsche Arbeiterbewegung in die Strategie des
Herausfordererstaates ein und hielt sie durch die Sozialistengesetze,
die die Tätigkeit der Sozialistischen Partei auf die parlamentarische
Arbeit beschränkten, an der kurzen Leine. Zusammen mit einem gewissen
Maß an sozialer Absicherung ermöglichte dies der deutschen
Arbeiterbewegung (und jener der österreichisch-ungarischen
Doppelmonarchie) eine soziale Autonomie: Der Alltag der Arbeiter folgte
nicht dem bürgerlichen Ideal der selbstgenügsamen Kleinfamilie und des
besitzorientierten Individualismus. Stattdessen konzentrierten sich
Arbeitervereine und Genossenschaften auf soziale Teilhabe, Gesundheit
und kulturelle Entwicklung [5]. Hier zeigte sich ein wichtiger
Unterschied zwischen dem kapitalistischen Kernland und den
Herausfordererstaaten.
Im liberalen Kernland wird die Bevölkerung rein quantitativ betrachtet:
zu viele oder zu wenige, zu alt oder zu jung, bei Bedarf austauschbar –
unabhängig von ihrem sozialen Zusammenhalt; je geringer dieser
Zusammenhalt, desto besser.
Wer in einem Herausfordererstaat die Macht innehat – ich bezeichne dies
als Staatsklasse, weil ihre Macht von der Kontrolle des Staatsapparats
abhängt –, muss seine Bevölkerung dagegen qualitativ betrachten. Wie die
übrigen Produktivkräfte innerhalb des souveränen Territoriums ist sie
ein zentrales Gut, das die Staatsklasse nicht gegen ein anderes
austauschen kann, weil ihre eigene Herrschaft an diesen Staat gebunden
ist. Nicht aus Menschenliebe widmet sie der Bevölkerung daher besondere
Aufmerksamkeit und übernimmt den „Schutz“ der Arbeiterklassen vor den
Auswüchsen des Kapitalismus [6].

Screenshot | Quelle:
free21-magazin.de
Eine Publikation des Industrial Worker (IWW-Zeitung) von 1911, die für
die Organisation der Arbeiter wirbt. Sie zeigt eine der Kritiken am
Kapitalismus. Sie basiert auf dem Flugblatt der „Union Russischer
Sozialisten“, das 1900 und 1901 verteilt wurde. (Illustration:
Unbekannt, Wikimedia Commons, gemeinfrei)
Zusammen mit dem beispiellosen Aufschwung der deutsch-österreichischen
Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur insgesamt – einem regelrechten
„Artenschub“, der Nietzsches Begriff des Übermenschen inspirierte – und
der Aussicht, all dies könne womöglich unter eine sozialistische oder
sogar von der SPD geführte Koalitionsregierung geraten, entstand ein
Problem, das die deutsche herrschende Klasse allein nicht bewältigen
konnte. Gewiss waren Deutschlands Machthaber wegen ihrer starken
sozialistischen Arbeiterbewegung beunruhigt und fantasierten darüber,
wie ein Krieg das Problem lösen könnte [7]. Bei den anderen nationalen
herrschenden Klassen war es nicht anders, doch die Briten blickten
zugleich über die eigenen Grenzen hinaus – sowohl bei der Bestimmung des
Problems (die deutsche Arbeiterbewegung verbunden mit dem raschen
Fortschritt des Landes auf allen Gebieten) als auch bei der Lösung (ein
Bündnis mit den Vereinigten Staaten und Kriegsvorbereitungen). Aus der
Vogelperspektive auf die internationale sozialistische Bewegung begannen
sie, eine atlantische Annäherung anzustreben und jene Kräfte
zusammenzuführen, die nicht nur das aufstrebende Deutschland in einer
direkten Konfrontation souveräner Gleichrangiger besiegen konnten.
Genauer gesagt übernahm die britische herrschende Klasse die Aufgabe,
die europäische Arbeiterklasse zu zerschlagen, und lud ihre Amtskollegen
jenseits des Atlantiks ein, sich ihr anzuschließen.
Die Macht in Großbritannien und im Empire hatte sich um jenen
Personenkreis gebündelt, der den Burenkrieg (1899–1902) geführt hatte.
Dieser Krieg war durch Cecil Rhodes’ Streben nach Gold und Diamanten
ausgelöst worden, zeigte aber zugleich die Grenzen der britischen
Militärmacht. Rhodes und seine Mitstreiter, die eine moralische
Überlegenheit der englischsprachigen Welt vertraten – darunter der
Generalgouverneur von Südafrika, Alfred Milner –, stellten das Personal
einer erweiterten britischen Herrschafts-Klasse, die Aufgaben bewältigen
konnten, die die Möglichkeiten der bisherigen Familiennetzwerke
überstiegen [8]. Zur kapitalistischen Seite des Aufstiegs der
Milner-Gruppe, der nach Rhodes’ Tod dessen Vermögen anvertraut wurde,
gehörte der von J. P. Morgan organisierte atlantische Kreislauf des
Finanzkapitals. Dass Morgan Milner die Leitung seiner Londoner
Niederlassung anbot (Milner lehnte ab), verdeutlicht, wie eng die mit
dem Eisenbahnbau und der Trustbildung in den USA nach dem Bürgerkrieg
verbundenen Kapitalkreise mit der Bildung der transnationalen Klasse
verflochten waren. An anderer Stelle habe ich analysiert, wie das
Morgan-Netzwerk zum Finanzier des Entente-Blocks (mit Frankreich und
Russland) gegen Deutschland wurde. Den deutschen Kapitalbedarf dagegen
bedienten Morgans Wall-Street-Rivalen Kuhn und Loeb, die später in den
Rockefeller/Chase-Orbit gerieten. Unterdessen wurde der Erste Weltkrieg
über mehr als ein Jahrzehnt von der Milner-Gruppe und wichtigen
liberalen Mitläufern in London minutiös vorbereitet. [9]
So diente die erste Form transnationaler Klassenbildung dazu, die
europäische Arbeiterklasse zu zerstören – zunächst die deutschsprachige,
aber auch die britische. So viel zum „nationalen Interesse“.
Dank des rechtzeitigen Eingreifens der USA „gewann“ Großbritannien, ging
jedoch bankrott daraus hervor, spätestens nach der Fortsetzung von
1939–45. Das Blutbad des Ersten Weltkriegs war insofern transnational
konzipiert, als die angloamerikanische Herrschafts-Klasse (Woodrow
Wilson und die Morgan-Interessen in den USA, die Milner-Gruppe und die
City in Großbritannien und den Dominions) die organisierte
Arbeiterbewegung bewusst ins Visier nahm. Diese diagonale,
grenzüberschreitende Perspektive kündigte die neue Form der
Außenbeziehungen an: Global Governance. Wilsons Völkerbundprojekt und
die damit verbundene Politik nationaler Selbstbestimmung, mit der die
Ausbreitung der Russischen Revolution in Europa eingedämmt werden
sollte, waren dabei ausdrücklich „global“ angelegt. Es muss kaum
wiederholt werden, wie deutlich der Erste Weltkrieg die Bereitschaft der
atlantischen Herrschafts-Klasse – wie auch ihrer kleineren nationalen
Gegenstücke – offenbarte, Arbeiter buchstäblich auszulöschen und Europas
progressive Zukunft zu zerstören.
Phase 2: Die Bildung einer euro-atlantischen
Herrschafts-Klasse gegen
den Kommunismus
Die zweite große Phase transnationaler Klassenbildung fügte der
etablierten angloamerikanischen eine weitere Schicht hinzu. Sie zielte
darauf, Westdeutschland in einen erweiterten atlantischen Block zu
integrieren; sie stellte die nationale Souveränität infrage und richtete
sich letztlich erneut gegen Europas Arbeiterklasse, auf die die
kommunistischen Parteien aufgrund ihrer Rolle im Widerstand und des
durch den Sieg über Hitler-Deutschland gewonnenen Prestiges der UdSSR
ihren Einfluss ausdehnten. Die damalige Akkumulationsweise war der
Fordismus: finanzielle Repression im Sinne der Empfehlungen J. M.
Keynes’ verbunden mit der nach dem US-Automobilhersteller benannten
Massenproduktion langlebiger Konsumgüter. Der Antikommunismus diente
dazu, militante Arbeiter zu isolieren und jene Sozialdemokratie der
zweiten Generation zu bevorzugen, die zur Klassenkooperation, zum Kalten
Krieg und zu neokolonialen Kriegen bereit war. Zugleich drängte die
binnenwirtschaftliche Ausrichtung des Fordismus die weltmarktgetriebene
Kapitalbewegung der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zurück und belebte
vorübergehend das Element nationaler Demokratie, das heute weitgehend
wieder verschwunden ist.

Screenshot | Quelle:
free21-magazin.de
Sozialistische Parteien und Organisationen (1863–1933) der
Arbeiterbewegung in Deutschland. (Grafik: Arbeiterbewegung in
Deutschland, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0)
Zum herrschenden Klassenmilieu im London der Kriegszeit gehörten
Schlüsselfiguren der kontinentalen Exilgemeinschaft wie der in
Deutschland geborene Prinz Bernhard der Niederlande, Unilever-Direktor
Paul Rijkens und der polnische Agent Józef Retinger, ehemaliger Sekretär
des polnischen Exilgenerals Sikorski. Sie entwickelten eine
Nachkriegsstrategie, die den größeren westeuropäischen Wirtschaftsraum
öffnen sollte, der durch nationale Wiederaufbaupolitiken zu zerfallen
drohte. Frankreich unter de Gaulle und der Regierung der nationalen
Einheit (mit symbolischer Beteiligung der Kommunistischen Partei) war
das wichtigste Beispiel für diese Gefahr. Die European League for
Economic Cooperation (ELEC), eines von Retingers Londoner Projekten, zog
Großunternehmen an, die die Freihandelsideologie der Internationalen
Handelskammer in Paris teilten. Direktoren französischer Unternehmen,
zusammengeführt von der Finanzaristokratie (Baron Boël aus Belgien und
der französische Bankier E. Giscard d’Estaing, Vater des späteren
Präsidenten), bildeten das Rückgrat der ELEC. 1950 kam eine westdeutsche
Gruppe unter Führung des Deutsche-Bank-Direktors Hermann Abs hinzu. Die
Amerikaner hatten Abs trotz seiner Verurteilung als NS-Kriegsverbrecher
an die Spitze der Wiederaufbaubank gesetzt, die US-Gelder in
Westdeutschland verteilte. [10]
In London leitete Rijkens Planungsgruppen unter Beteiligung von Royal
Dutch Shell und anderen Großkonzernen.
Doch bereits im August 1944 versammelte sich die deutsche Wirtschaft
unter SS-Schirmherrschaft in Straßburg, um sich auf die Nachkriegszeit
vorzubereiten. Vertreter von Krupp, Messerschmitt, Röchling,
Rheinmetall, Volkswagen und zahlreichen weiteren Unternehmen erörterten
die Notwendigkeit, Bündnisse mit dem atlantischen Kapital zu schmieden.
Umgekehrt waren Stahlkonzerne wie US Steel, Chemieunternehmen und andere
aufgrund gemeinsam gehaltener Patente verpflichtet, mit deutschen Firmen
zusammenzuarbeiten. Obwohl er in Straßburg nicht anwesend war, war der
Leiter der NSDAP, Martin Bormann, daran beteiligt, über Schweizer Banken
Kapital aus Kriegsgewinnen bereitzustellen, um diese Zusammenarbeit zu
erleichtern. [11]
Bormann verschwand bekanntlich, doch alle anderen Namen tauchten Anfang
der 1950er Jahre wieder auf, als Prinz Bernhard und Rijkens gemeinsam
mit der CIA und mit Retinger als Vorsitzenden die Bilderberg-Konferenzen
organisierten. Sie sollten schwere Meinungsverschiedenheiten zwischen
angloamerikanischen und kontinentaleuropäischen Wirtschaftspolitikern
über den Handel mit dem Sowjetblock und China überbrücken und einen
Konsens der euro-atlantischen Herrschafts-Klasse herstellen. Hermann Abs
schloss sich Bilderberg 1958 an. Inzwischen waren US-Gewerkschaften in
mehreren europäischen Ländern aktiv, um die Arbeiterbewegung entlang
kommunistischer/antikommunistischer Linien zu spalten; zugleich wurde
eine atlantische Untergrundarmee aufgebaut – später nach ihrer
italienischen Komponente „Gladio“ genannt –, die nötigenfalls Gewalt
gegen jene einsetzen konnte, die sich nicht überzeugen ließen [12]. Der
Marshallplan trug wesentlich dazu bei, liberale Politiken in Westeuropa
zu synchronisieren, verschärfte jedoch zugleich die Ost-West-Teilung
Europas. Als de Gaulle 1958 zurückkehrte, um Frankreichs
Entkolonialisierungskrise zu bewältigen, und wieder auf nationale
Souveränität setzte, wurde er zum Ziel mehrerer Attentatspläne.
Daraufhin kappte er 1966 Frankreichs militärische Bindungen an die NATO
und zwang das Bündnis, sein Hauptquartier von Paris nach Brüssel zu
verlegen.
Des Weiteren trug die neue Runde atlantischer Transnationalisierung dazu
bei, den Zusammenhalt der herrschenden Klasse über die souveräne
Gleichheit hinaus zu stärken. Wie schon in der vorangegangenen
angloamerikanischen Phase richtete sich diese Einheit letztlich gegen
die Bevölkerungen, auch wenn das fordistische Modell einen gewissen
(ökonomischen) Klassenkompromiss einschloss. Politisch jedoch wurde den
Menschen ihr souveränes Recht genommen, die nationale Politik zu
beeinflussen (den einzigen, wenn auch begrenzten Rahmen, in dem ihre
Stimme zählt), und sie mussten sich mit einer Demokratiesimulation auf
europäischer Ebene begnügen, wie es der Tindemans-Plan von 1976 für ein
Europäisches Parlament vorsah. Allmählich wurde der traditionelle Rahmen
nationaler Politik ausgehöhlt: eine Rechte, die sich grob auf die
besitzenden Klassen stützte, und eine Linke mit historischen Wurzeln in
der Arbeiterklasse. Immer mehr Entscheidungen wanderten auf die
supranationale Ebene, wo die transnationale Herrschafts-Klasse in
Gremien wie Bilderberg ihren Kurs festlegt (Bilderberg bestand auch nach
dem Korruptionsskandal der 1970er Jahre fort, der Prinz Bernhard zum
Rücktritt als Vorsitzenden zwang). Damals entstanden zahlreiche
vergleichbare Einrichtungen, darunter das Weltwirtschaftsforum, die
Trilaterale Kommission (damals mit einer japanischen, heute asiatischen
Beteiligung) und andere. Auch sie dienen als informelle
Planungsnetzwerke der herrschenden Klasse und ergänzen formelle
internationale Institutionen wie NATO und EU. Zusammen mit den
Netzwerken wechselseitig verflochtener Vorstände großer Konzerne bilden
sie die Infrastruktur der Herrschaft, die weiterhin zentral im
atlantischen Raum verankert ist. [13]

Screenshot | Quelle:
free21-magazin.de
https://www.kopp-verlag.de/Nato-Geheimarmeen-in-Europa.htm?....
Im heutigen Europa könnte auf den ersten Blick der Eindruck entstehen,
die Gewaltenteilung (trias politica) aus Exekutive, Legislative und
Judikative sei auf europäischer Ebene in Gestalt der Kommission, des
Europäischen Parlaments und des Gerichtshofs reproduziert worden.
Tatsächlich funktioniert die Europäische Union jedoch nach einer
„mehrdimensionalen“ Governance, in der die Kommission in enger
Verbindung mit Wirtschaftsverbänden wie dem European Round Table of
Industrialists und mit dem Ministerrat (beziehungsweise dem Europäischen
Rat der Staats- und Regierungschefs) als Exekutive handelt, während der
Gerichtshof vor allem damit beschäftigt ist, Prinzipien des freien
Marktes verfassungsrechtlich zu verankern [14].
Da das Europäische Parlament lediglich eine Pappfassade ist, wurde die
demokratische Dimension beseitigt. Die Möglichkeit nationaler Politik,
diesen Kurs umzukehren, wurde faktisch abgeschafft; wie wir in der
Slowakei gesehen haben, müssen abweichende Ministerpräsidenten um ihr
Leben fürchten. In Rumänien und anderswo können Regierungen, die gegen
die Richtung von EU oder NATO handeln wollen, bereits daran gehindert
werden, überhaupt gewählt zu werden. Dissidenten können durch
EU-Entscheidungen ihrer bürgerlichen Existenz beraubt werden, indem ihre
Bankkonten geschlossen werden; dagegen ist kein Rechtsmittel möglich,
weil der Rechtsstaat selbst außer Kraft gesetzt wurde.
Phase 3: Der Aufstieg des atlantischen Zionismus
nach dem Zusammenbruch
des Kommunismus
Der weltweite Zusammenbruch des Kommunismus – also der unter diesem
Banner auftretenden Arbeiterparteien, der Staaten des Sowjetblocks und
schließlich der UdSSR selbst – beendete die Existenz der historischen
Linken als möglichem Gegengewicht zur atlantischen Herrschafts-Klasse.
Nachdem China, Vietnam und andere staatssozialistische Formationen
bereits kapitalistische Eigentumsverhältnisse wieder eingeführt hatten,
verflüchtigte sich die Vorstellung einer sozialistischen Gesellschaft;
nur wenige belagerte Bastionen wie Kuba blieben. Die Sozialdemokratie
hatte den Anspruch, die Gesellschaft zu verändern, schon aufgegeben:
zunächst durch ihre Abkehr von der Russischen Revolution und um die Zeit
des Zweiten Weltkriegs durch ihre Zustimmung zum
fordistisch-keynesianischen Klassenkompromiss. Damit band sie ihr
Schicksal an das des Kapitals und des Westens; ihr oberflächlicher
Internationalismus machte sie unfähig, die Transnationalisierung oder
die supranationalen Macht- und Einflussstrukturen der atlantischen
Herrschafts-Klasse infrage zu stellen. Der Zusammenbruch des Kommunismus
überließ daher die Verteidigung der Demokratie gegen „globalistische“
Macht national-populistischen Parteien, die vom Kapital leicht
durchdrungen werden können. Die Sorge der Bevölkerung über den Abbau
wohlfahrtsstaatlicher Regelungen wurde durch die massenhafte
Einwanderung einer Arbeitsreserve vertieft, die die Zahl der von ihnen
Abhängigen erhöhte. Die Einwanderung liefert den national-populistischen
Parteien damit ein Thema, mit dem die historische Linke nicht umzugehen
vermochte.
Seit den 1990er Jahren verlor Europa als Bollwerk gegen den Kommunismus
für die atlantische Herrschafts-Klasse an Bedeutung. Die militärische
Macht des Westens wurde daher über die NATO gegen Jugoslawien gerichtet:
zum einen, um die deutsche und vatikanische Unterstützung für die
Abspaltung der westlichsten Republiken zu überwinden, zum anderen, um
die muslimischen Bollwerke Bosniens und Kosovo-Albaniens als Trittsteine
zu den Energieressourcen des Nahen Ostens und des postsowjetischen
Zentralasiens zu nutzen. Hier verband sich Israels Sorge, dass nach dem
knappen Sieg im Krieg von 1973 künftig besser die USA Israels Kriege
unter dem Banner eines „Kriegs gegen den Terror“ führen sollten
(erstmals 1979 gehisst), mit dem westlichen Energiehunger [15]. Neben
Jugoslawien zeigte sich Europas schwindendes Gewicht im atlantischen
Kräfteverhältnis auch darin, dass russische Interessen bei der 1994
beschlossenen NATO-Osterweiterung missachtet wurden, womit feierliche
Zusagen von 1989 gebrochen wurden. Dies schloss die Entwicklung für
beide Seiten vorteilhafter Beziehungen zwischen EU und Russland faktisch
aus.
So wie zu Morgans Zeiten der atlantische Kreislauf des Finanzkapitals
den angloamerikanischen Aufstieg einer transnationalen Klassenmacht
gestützt hatte, die sich gegen Deutschland richtete, und
US-Direktinvestitionen in den 1950er und 1960er Jahren die Erweiterung
zu einer euro-atlantischen Herrschafts-Klasse mit Figuren wie Paul
Hoffman und Jean Monnet absicherten, überquerte in den 1990er Jahren
israelisches Kapital in zentralen IT- und Kommunikationssektoren den
Atlantik. In den USA verschmolz es mit dem bestehenden Dreieck aus
Geheimdiensten, Multimedia und IT, das bereits von US-Zionisten
dominiert wurde. Das Silicon Valley war weitgehend ihr Terrain, und die
durch den Telecommunications Act von 1996 ausgelöste massive
Medienkonzentration verstärkte ebenfalls das zionistische Element.
Bereits im Jahr 2000 waren 110 israelische Unternehmen in New York
börsennotiert; gemeinsam repräsentierten sie den doppelten Marktwert der
665 in Tel Aviv gelisteten Unternehmen. [17]

Screenshot | Quelle:
free21-magazin.de
Erinnerungstafel – Jean Omer Marie Gabriel Monnet (9. November 1888 –
16. März 1979) gilt vielen als der Architekt der europäischen Einheit.
Monnet, der nie in ein öffentliches Amt gewählt wurde, wirkte als gut
vernetzter, pragmatischer Internationalist hinter den Kulissen
amerikanischer und europäischer Regierungen, 21.1.2006. (Foto: dbking,
Wikimedia Commons, CC BY 2.0)
Bevor ich auf Epstein eingehe, dessen Rolle hierbei entscheidend war,
möchte ich ein Beispiel für einen Vermittler bei der Herausbildung der
atlantisch-zionistischen IT-/Finanzverbindung geben. Alvin B. Krongard,
den Christopher Bollyn als „Israels Agenten bei der CIA“ bezeichnet, war
ein wichtiger Akteur. Krongards vielfältige Rollen zeigen, dass
„Geheimdienste“ in unserem Dreieck mit Wirtschaftssektoren wie IT und
Medien durchaus vergleichbar sind. Als Vorstandsvorsitzender der
ältesten Investmentbank der USA, Alex. Brown & Sons, reiste Krongard
1996 nach Israel, um mit Premierminister Shimon Peres über engere
Geschäftsbeziehungen zwischen beiden Ländern zu beraten. Alex. Brown &
Sons war auf Technologieunternehmen spezialisiert und beriet Scitex, ein
israelisches Unternehmen mit Verbindungen zum Militärgeheimdienst,
dessen Generaldirektor Yair Shamir, Sohn des früheren Premierministers
Yitzhak Shamir, war. Shamir Jr. war außerdem Direktor von Orckit, einem
Unternehmen für Hochgeschwindigkeits-Sprach- und Datenübertragung, das
Alex. Brown in den USA an die Börse brachte. Orckit war von einem
ehemaligen Kommandeur der Einheit 8200, dem Fernmeldeaufklärungsdienst
des israelischen Militärs, gegründet worden; in den USA gewann es eine
Ausschreibung, um für GTE zu arbeiten, eines der zehn größten
Telefonunternehmen der Welt. Krongard beaufsichtigte unterdessen Ende
1997 die Fusion von Alex. Brown mit Bankers Trust und wechselte dann im
Februar 1998 überraschend zur CIA und wurde Berater von CIA-Direktor
George Tenet.
Die Bankenfusion erwies sich als Debakel; innerhalb eines Jahres wurde
das Gebilde von der Deutschen Bank übernommen.
Bei der CIA war Krongard anschließend am Aufbau von In-Q-Tel beteiligt,
der Risikokapitalgesellschaft, die der Behörde Zugang zur neuesten
Informationstechnologie sichern sollte [18]. Im „Krieg gegen den Terror“
arbeitete Krongard als bezahlter Berater für das private
Militärunternehmen Blackwater, dessen Eigentümer Eric Prince ein enger
Freund war. Im März 2001 wurde Krongard Executive Director der CIA, die
Nummer drei der Behörde..
Nun wenden wir uns Jeffrey Epstein und Robert Maxwell zu, dem Vater
seiner Gefährtin Ghislaine. Ihre Aktivitäten als Organisatoren einer
atlantisch-zionistischen Herrschafts-Klasse stellen selbst Krongards
Rolle in den Schatten und sollten weitreichende Folgen für den Aufbau
einer überwachungskapitalistischen Infrastruktur im gesamten Westen
haben.
Maxwell und Epstein
Die angloamerikanische Herrschafts-Klasse nahm neben der direkten
Konfrontation mit den deutschen Herausforderern auch die europäische
Sozialdemokratie ins Visier; die euro-atlantische Klassenbildung wurde
gegen den Kommunismus und die UdSSR mobilisiert. Der atlantische
Zionismus, der der Bevölkerung von vornherein kaum oder gar keine
produktive Einbindung zu bieten hatte, flankierte den
Überwachungskapitalismus mit einem „Krieg gegen den Terror“ – gezielt
gegen Muslime im Interesse Israels, letztlich aber gegen die Bevölkerung
insgesamt. Vor diesem Hintergrund war Robert Maxwell, ein ursprünglich
aus der Tschechoslowakei stammender Mossad-Agent, eine Schlüsselfigur
bei der Vermarktung jener Überwachungstechnik, die zur Kontrolle von
Bevölkerungen weltweit benötigt wurde.
Mitte der 1980er Jahre begann Maxwell, der nach seiner Namensänderung in
Großbritannien Politiker und Medienunternehmer geworden war, ein
Computerprogramm zu vermarkten, das für die Überwachungsoperationen des
Marine-Oberstleutnants Oliver North eingesetzt wurde. Dies geschah zur
Zeit der Iran-Contra-Affäre, als Israel den Iran – damals im Krieg mit
dem Irak – heimlich bewaffnete und die Erlöse an die Contras
weitergeleitet wurden, die gegen die progressive Regierung Nicaraguas
kämpften. Die von North und seinem Team entwickelte Datenbank hieß
MainCore und diente im Rahmen des Systems „Continuity of Government“ (COG)
zur Überwachung inländischer Dissidenten. COG sollte eine
Schattenregierung schaffen, falls die verfassungsmäßige Regierung
zusammenbrechen oder handlungsunfähig werden sollte. MainCore nutzte das
Prosecutor’s Information Management System (PROMIS), das von Inslaw Inc.
entwickelt und vermarktet wurde, einem 1982 von einem ehemaligen
NSA-Mitarbeiter gegründeten Unternehmen. Inslaw vermietete PROMIS an Ed
Meese, den Justizminister der Reagan-Regierung und Teilnehmer der
amerikanisch-israelischen Konferenz zum „Krieg gegen den Terror“ 1984 in
Washington, D.C. [19]
PROMIS ermöglichte die Zusammenführung von Datenbanken in bis dahin
unvorstellbarem Ausmaß und erregte deshalb die Aufmerksamkeit des
israelischen Geheimdienststrategen Rafi Eitan, Menachem Begins „Berater
für Terrorismus“. 1982 wurde Eitan unter falschem Namen das System
vorgeführt; anschließend erhielt er die Software von einem ehemaligen
Inslaw-Mitarbeiter. Danach ließ er von einem israelisch-amerikanischen
Programmierer eine Hintertür, also einen geheimen Zugang, einbauen. Eine
Vermarktungsvereinbarung führte daraufhin zu zwei PROMIS-Versionen: eine
verschaffte dem israelischen Geheimdienst Zugang zu jeder
PROMIS-Datenbank, die andere der CIA. Die CIA-Version konzentrierte sich
vor allem auf Finanzdaten; die israelische Version von PROMIS spionierte
US-Geheimdienste sowie den öffentlichen Sektor einschließlich des
Militärs aus und zielte auf klassifizierte Informationen. [20]

Screenshot | Quelle:
free21-magazin.de
Global Economic Panel, Amsterdam, 1989. Von links nach rechts: Wisse
Dekker (Philips), Hans van den
Broek, Henry Kissinger und Robert Maxwell, 11.4.1989. (Foto: Rob
Bogaerts, Wikimedia Commons, CC0)
Robert Maxwell war eng an den Machenschaften beteiligt, aus denen diese
beiden manipulierten Versionen von PROMIS hervorgingen. Beim Verkauf
operierte er über Unternehmen, die als Tarnfirmen des israelischen
Geheimdienstes dienten. Neben dem bereits erwähnten Scitex gehörte dazu
Degem, ein Computerunternehmen, das in Mittel- und Lateinamerika sowie
Afrika tätig war.
Maxwell vermarktete PROMIS so erfolgreich, dass der israelische
Geheimdienst bald Zugriff auf die Kommunikation zahlloser Regierungen,
Geheimdienste und Unternehmen hatte. In Lateinamerika nutzten die
Diktaturen Chiles, Argentiniens und Guatemalas PROMIS; zugleich konnte
der Mossad dank PROMIS ANC-Kader in Südafrika sowie lateinamerikanische
Guerillaführer töten [21].
Maxwell wollte PROMIS außerdem an Los Alamos verkaufen, das
US-Testgelände für Atomwaffen, was Israel Zugang zu amerikanischen
Nukleargeheimnissen verschafft hätte. Statt Degem nutzte Maxwell für
diese Operation ein neues Unternehmen in Berkeley, Kalifornien:
Information on Demand, ebenfalls eine Tarnfirma des israelischen
Geheimdienstes. Maxwells Tochter Christine wurde CEO von Information on
Demand (ihre Schwester Isabel arbeitete ebenfalls für das Unternehmen).
Nach dem verdächtigen Tod ihres Vaters 1991 (siehe unten) wurde die
Firma in Research on Demand umbenannt [22]. Währenddessen überwachte der
israelische Geheimdienst fortlaufend die Kommunikation von
Institutionen, die PROMIS nutzten, und platzierte zugleich eigene
Agenten an Schlüsselstellen.
Jeffrey Epstein machte seine Karriere bei der Investmentbank Bear
Stearns unter der Protektion von Alan Greenberg, dessen Familie mit
zionistischen Organisationen wie United Jewish Appeal und der Jerusalem
Foundation verbunden war. Leslie Wexner, Dessous- und Immobilienmagnat
aus Ohio, vertraute Epstein die Verwaltung seiner Finanzen und jener der
Wexner Foundation an, die in den 1970er Jahren gegründet worden war, um
vielversprechende jüdische Fachkräfte in Nordamerika sowie israelische
Beamte in der mittleren Karrierephase zu fördern. Irgendwann gründete
Wexner gemeinsam mit Charles Bronfman aus der zionistischen
Seagram-Dynastie eine Gruppe der zwanzig einflussreichsten jüdischen
Geschäftsleute Nordamerikas, die „Study Group“ oder „Mega Group“. Sie
sorgten sich über das Ausmaß von Ehen zwischen Juden und Nichtjuden und
befürchteten eine Verwässerung jüdischen Selbstbewusstseins – jene Angst
vor Assimilation, die den Zionismus seit seinen Anfängen geprägt hat.
Als langjähriger Vertrauter Wexners war auch Epstein in die Mega Group
Die Mega Group hob die etablierte Israel-Lobby auf eine neue Ebene. Die
älteren Netzwerke, die John Mearsheimer und Stephen Walt maßgeblich
analysiert haben, bestehen aus dem American-Israel Public Affairs
Committee (AIPAC), dem Washington Institute for Near East Policy (WINEP)
sowie Organisationen wie der Anti-Defamation League (ADL) oder
Christians United for Israel (CUFI). Diese Kerngruppe ist von
konzentrischen Interessenkreisen umgeben, die laterale Verbindungen zum
zionistischen Staat aufweisen [23]. Ursprünglich sollte sich die Mega
Group mit dem Problem der „nachlassenden Unterstützung für Israels
Politik“ befassen. Neben Wexner sowie Charles und Edgar Bronfman (damals
Präsident des World Jewish Congress) gehörten dazu: Max Fisher, der
während der Kriege von 1967 und 1973 die US-Unterstützung für Israel
organisiert hatte und 1975 Vorstandsvorsitzender von United Brands
wurde, sowie Laurence Tisch, ein ehemaliger OSS-Mann, der neben dem
Aufbau seiner eigenen Hotelkette mit Hilfe des wegen Junk-Bond-Betrugs
bekannt gewordenen Michael Milken CBS übernahm. Weitere Mitglieder waren
der Hilton-Erbe Lester Crown und der Filmemacher Steven Spielberg, ein
Protegé Lew Wassermans, des einflussreichen Hollywood Strippenziehers,
der zuvor Ronald Reagans Karriere gefördert hatte [24]. Auch die
Familien Tisch und Bronfman erscheinen im 1996 erfassten Netzwerk
gesellschaftlicher Kreise von Milliardären, einem weiteren Maßstab für
die transnationale Herrschafts-Klasse [25].
Epstein wurde Mitte der 1980er Jahre von Maxwell mit dem israelischen
Militärgeheimdienstoffizier Ari Ben-Menashe bekannt gemacht, nachdem er
vermutlich bereits von Ehud Barak, dem damaligen Chef des israelischen
Militärgeheimdienstes (AMAN) und späteren Premierminister, überprüft
worden war. 1991, im Todesjahr Robert Maxwells, begann Epstein gemeinsam
mit Maxwells jüngster Tochter Ghislaine sexuelle Erpressungsoperationen.
Sie benutzten minderjährige junge Frauen, um eine wachsende Gruppe von
Politikern, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und Geschäftsleuten
zu kontrollieren. Laut Ben-Menashe war die Operation zunächst durch
Israels Sorge über Clintons Haltung gegenüber dem zionistischen Staat
motiviert. Amdocs, ein israelisches Unternehmen für Telefonabrechnung,
das in den USA tätig war, gehörte zu dem Konsortium, das mit der
Modernisierung der Telefonleitungen des Weißen Hauses beauftragt wurde;
dadurch verfügte der israelische Geheimdienst über 30 Stunden
aufgezeichneter Gespräche des Präsidenten mit Monica Lewinsky [26].
Inzwischen stand ein weiterer US-Präsident im Verdacht, aufgrund
aufgezeichneter Beziehungen zu minderjährigen Mädchen und sogar Kindern
manipuliert worden zu sein.

Screenshot | Quelle:
free21-magazin.de
Nach Angaben der William J. Clinton Presidential Library and Museum
wurden diese Aufnahmen am 29.
September 1993 vom Fotografen des Weißen Hauses, Ralph Alswang, gemacht.
Epstein und Maxwell
wurden dabei fotografiert, wie sie sich mit Clinton unterhielten,
nachdem der Präsident bei einer
Veranstaltung für Spender des Restaurierungsprojekts des Weißen Hauses
eine Rede gehalten hatte.
(Foto. Ralph Alswang, Wikimedia Commons, gemeinfrei)
Epstein vermutete tatsächlich, dass der israelische Geheimdienst beim
Tod Maxwells eine Rolle gespielt habe. In einer E-Mail von 2018 erklärte
Epstein, Maxwell habe versucht, den Mossad zu erpressen und gedroht,
„wenn sie [der Mossad] ihm nicht 400 Millionen Pfund geben, um sein
zerfallendes Imperium zu retten, werde er alles offenlegen, was er für
sie getan habe“ [27]. Geheimdienstkontakte sind stets von Geheimhaltung
umgeben, doch Epsteins hochrangige Verbindungen zum israelischen
Geheimdienst wurden durch die jüngste (unvollständige) Veröffentlichung
der Epstein-Akten bestätigt.
Ein FBI-Vermerk berichtete, er sei ein „kooptierter Mossad-Agent“
gewesen und vom israelischen Geheimdienst „zum Spion ausgebildet“
worden.
Sein zionistisches Profil wird durch seine Finanzierung der Friends of
the Israeli Defence Forces, der Siedlerorganisation Jewish National Fund
und anderer israelischer Gruppen untermauert. Seine Verbindungen zu
US-Geheimdiensten liefen über seinen langjährigen Anwalt und
Harvard-Professor Alan Dershowitz; über ihn stand Epstein auch mit
Studenten aus wohlhabenden Familien in Kontakt, darunter Trumps
Schwiegersohn Jared Kushner und dessen Bruder Josh [28].
Epstein war somit ein zentraler Vermittler in den Netzwerken, aus denen
sich die atlantisch-zionistische Herrschafts-Klasse zusammensetzte, mit
hochrangigen Geheimdienstverbindungen auf beiden Seiten des Atlantiks
und einer Rolle in überwachungskapitalistischen Operationen, die für die
neue Akkumulationsweise charakteristisch waren. Zu seinen Kontakten
gehörten neben Leslie Wexner und der Mega Group auch Spitzenmanager von
J. P. Morgan Chase. Der ehemalige FBI-Agent Shaun O’Neill erklärte, die
Bank habe Epsteins Aktivitäten nicht nur finanziert, sondern auch die
gerichtlichen Ermittlungen gegen ihn behindert. Jes Staley, zunächst
Leiter der Vermögensverwaltung von J. P. Morgan und später der
Privatbank, war ein wichtiger Epstein-Kontakt. Leon Black,
milliardenschwerer Mitgründer der Private-Equity-Gesellschaft Apollo
Global Management, war an einem Projekt zur Aufwertung des israelischen
Ansehens beteiligt; die achtbändige Reihe Jewish Lives wurde in einer
Kooperation von Yale University Press und der Leon D. Black Foundation
veröffentlicht. Insgesamt zahlten wohlhabende Geldgeber Epstein und
seinen engsten Mitarbeitern 2,4 Milliarden Dollar. Zwei Autoren fragten
deshalb in CounterPunch: „Waren diese 2,4 Milliarden Dollar
Schweigegeld? Waren es Gebühren für Sex und/oder Dienstleistungen für
den israelischen Geheimdienst?“ [29]
Epstein machte Ehud Barak außerdem mit Peter Thiel von Palantir bekannt,
dem Kronjuwel des atlantischen Überwachungskapitalismus und
privatisierten Nachfolger des ursprünglichen Programms Total Information
Awareness, das unter Admiral John Poindexter im Pentagon entwickelt
worden war. 2015 eröffnete Palantir ein Büro in Tel Aviv, um Israels IT-
und Technologiesektor zu stärken. Zu weiteren bedeutenden
Epstein-Kontakten gehörten Tony Blair, Peter Mandelson und Ariane de
Rothschild aus der berühmten Bankiersdynastie [30]. Die großen
Konzernmedien des Westens zogen es jedoch vor, die sensationellen
Einzelheiten der Erpressungsoperationen von Epstein und Ghislaine
hervorzuheben und darüber zu berichten, wer auf den Besucherlisten für
Epsteins Insel, seine Ranch in New Mexico und sein New Yorker Penthouse
stand – Orte, die sämtlich mit Abhörtechnik versehen waren, um
kompromittierendes Verhalten aufzuzeichnen. Das Schweigen der Medien
über die Beteiligung der transnationalen Herrschafts-Klasse hat einen
guten Grund: die Verstrickung ihrer Eigentümer in diese Netzwerke [31].
Die amerikanischen Strafverfolgungsbehörden wussten zunächst nicht, was
„Mega“ bedeutete; dank Whitney Webb wissen wir jedoch, dass es sich um
jene zionistische Milliardärsgruppe mit Verbindungen sowohl zur
Geheimdienstwelt als auch zum organisierten Verbrechen handelte [32]. In
der Regierung von George W. Bush, die im Januar 2001 ihr Amt antrat,
fallen bei Schlüsselfiguren der Strategiebildung wie Richard Perle
besonders die Verbindungen zum Technologiesektor auf; nur jene zum
Finanzsektor waren noch ausgeprägter. Perle, eine prominente Figur unter
den atlantischen Zionisten, leitete 1996 die Ausarbeitung eines neuen
Kontrollkonzepts für eine künftige israelische Regierung; auf
amerikanischer Seite entsprach ihm das Project for a New American
Century (PNAC), wobei an beiden Projekten mehrere prominente Zionisten
beteiligt waren [33].

Screenshot | Quelle:
free21-magazin.de
Ein weiterer Knoten im atlantisch-zionistischen Netz neben der Mega
Group war der Challenge Fund, eine israelische Geheimdienstoperation, in
die vor allem die Familien Bronfman und Andreas investierten. Die
Bronfmans wurden bereits erwähnt; die Familie Andreas ist die treibende
Kraft hinter dem Getreidehändler Archer Daniels Midland (ADM). An der
Spitze der Challenge Partners, die den gleichnamigen Fonds verwalten,
steht Joseph Ciechanover, ein Israeli, der früher Vorsitzender von El Al
und Verwaltungsratsvorsitzender der Israel Discount Bank (IDB), der
drittgrößten Bank des Landes, war und zudem mehrere politische Ämter in
Außen- und Verteidigungsfragen bekleidete. Zu Challenge gehören außerdem
Generalmajor Ilan Biran, Verwaltungsratsvorsitzender von Rafael, einem
israelischen Rüstungskonzern; David Ivry, Präsident von Boeing Israel,
zweimal Vorsitzender des Verwaltungsrats des Luft- und Raumfahrtkonzerns
IAI und enger Mitarbeiter des US-Antiterrorchefs Richard Clarke; sowie
Jacob Perry, ehemaliger Leiter des Shin Bet und nach seinem Ausscheiden
Präsident von Cellcom, Israels größtem Mobilfunkunternehmen. Auch Avi
Naor von Aurec/Amdocs ist mit Challenge verbunden. Schließlich war
zeitweise auch Yair Shamir, der bereits erwähnte Sohn des israelischen
Premierministers Yitzhak Shamir, Manager von Challenge. [34]
Zur gemeinsamen Weltsicht der USA und Israels gehörte auch Washingtons
Verteidigung israelischer Kriegsverbrechen, teilweise motiviert durch
Sorgen um die Rechtmäßigkeit eigener amerikanischer Militäroperationen
im Ausland. Ein weiterer verbindender Faktor ist die ähnliche Erfahrung
einer Pioniergesellschaft, die das Land von als minderwertig und/oder
irrelevant betrachteten Einheimischen erobert.
Vor diesem Hintergrund dient die Struktur der Israel-Lobby in den
Vereinigten Staaten dazu, sicherzustellen, dass die wesentlich größere
und vielfältigere nordamerikanische Gesellschaft nicht von dieser
gemeinsamen Sicht auf Israel abweicht, und zugleich zu verhindern, dass
abweichende jüdische Positionen Einfluss gewinnen [35]. Es versteht sich
von selbst, dass diese Aufgabe seit der von Israel nach dem von der IDF
ermöglichten Ausbruch des bewaffneten palästinensischen Widerstands im
Oktober 2023 entfesselten genozidalen Kampagne in Gaza erheblich
schwieriger geworden ist.
Die Integration zwischen den Vereinigten Staaten und Israel im Rahmen
des atlantischen Zionismus erreichte mit Plänen, ihre jeweiligen
Streitkräfte in einer einzigen Struktur zusammenzuführen, eine neue
Stufe [36]. Dies geschieht trotz der unsäglichen Gräueltaten, die Israel
seit seiner Gründung begangen hat und die in den vergangenen Jahren
weithin öffentlich bekannt geworden sind – mit der verspäteten Folge
mehrfacher Verurteilungen durch die höchsten internationalen Gerichte
der Welt wegen des Völkermords an den Palästinensern. Die geplante
militärische Verschmelzung hebt frühere Projekte wie In-Q-Tel auf die
Ebene einer umfassenden Fusion der amerikanischen und israelischen
Militärmaschinen. Beide Länder haben, mit Europa im Schlepptau, faktisch
der Welt den Krieg erklärt und stoßen bei ihrem letzten Versuch, globale
Governance durchzusetzen, nur auf den Widerstand der BRICS-Staaten – und
auch dieser bleibt aufgrund der Ambitionen ihrer eigenen Oligarchen
halbherzig.
Erneut führt die Transnationalisierung der herrschenden Klasse zu
endlosen Massakern unter Völkern, die zur Vernichtung bestimmt sind. Die
westlichen Bevölkerungen wiederum bezahlen für private „Money Making
Schemes“, die, wie Julian Assange behauptet hat, an die Stelle einer auf
den Sieg ausgerichteten Militärstrategie getreten sind.
Dieser Text wurde zuerst am 31.07.2026 auf
www.propagandainfocus.com unter der URL <https://propagandainfocus.com/the-atlantic-ruling-class-from-milner-to-epstein/>
veröffentlicht. Lizenz: Kees van der Pijl, Propaganda in Focus, CC
BY-NC-ND 4.0
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Autor:
Kees van der Pijl
Kees van der Pijl war Dozent für Internationale Beziehungen an der
Universität Amsterdam und von 2000 bis 2012 Professor an der University
of Sussex im Vereinigten Königreich. Seine Bücher erschienen auf
Niederländisch, Englisch, Spanisch, Deutsch, Türkisch und Russisch. Zu
ihnen gehören „The Making of an Atlantic Ruling Class“ (1984, Neuausgabe
2012) und „Global Rivalries from the Cold War to Iraq“ (2006), „The
Discipline of Western Supremacy“ (2014), „Flight MH17“, „Ukraine and the
New Cold War“ (2018) sowie „States of Emergency. Keeping the Global
Population in Check“ (2022). Er gab außerdem mehrere Sammelbände heraus,
zuletzt das „Handbook of the International Political Economy of
Production“ (2015).
|
Quellen:
[1] I have worked this out in States of Emergency. Keeping the Global
Population in Check. Atlantia, Georgia: Clarity press, 2022.
[2] Trump’s slogan ‘Make America Great Again’ was intended to turn the
tide but obviously only a disempowerment of the ruling class can achieve
such a result, as we can see today.
[3] Bob Jessop and Henk Overbeek, eds. Transnational Capital and Class
Fractions. The Amsterdam School Perspective Reconsidered [foreword, Gerd
Junne]. London: Routledge, 2019; Jonathan Nitzanand Shimshon Bichler,
‘Bringing capital accumulation back in: the Weapondollar-Petrodollar
coalition—Military contractors, oil companies and Middle East “energy
conflicts”.’ Review of International Political Economy, 2 (3) and their
work since.
[4] Margaret C. Jacob, Living the Enlightenment. Freemasonry and
Politics in Eighteenth-Century Europe. New York: Oxford University
Press, 1991.
[5] William F. Drischler, The Yankees did it! The Origins of World War I
and the Russo-Ukrainian Conflict, 2022-2024. Self-published, 2024, p.
56.
[6] Antonio Gramsci, Selections from the Prison Notebooks [trans. and
ed. Q. Hoare and G.N. Smith]. New York: International Publishers 1971 [written
1929-’35], p. 262.
[7] Documented by Fritz Fischer, Griff nach der Weltmacht. Die
Kriegszielpolitik des kaiserlichen Deutschland 1914/18, abridged edition.
Düsseldorf: Droste, 1984 [1961].
[8] Carroll Quigley, The Anglo-American Establishment. From Rhodes to
Cliveden. New York: Books in Focus, 1981 [1949] and Tragedy and Hope. A
History of the World in Our Time. San Pedro, Cal.: GSG Books, 1998
[1966].
[9] See my Making of an Atlantic Ruling Class, London: Verso 2012
(1984); Gerry Docherty and Jim Macgregor, Hidden History. The Secret
Origins of the First World War. Edinburgh: Mainstream Publishing, 2013.
[10] See my Een Amerikaans plan voor Europa. Amsterdam: SUA, 1978, pp.
101-2, citing F.X. Rebattet, The European Movement 1945-1953.
Unpublished doctoral dissertation, St. Anthony’s College, Oxford
University, 1962.
[11] Tony Gosling, The Traitors of Arnhem—Martin Bormann and the
Bilderberg Group, 2nd ed. Bristol: Gosling Publishing, 2024 [2021], pp.
36-9; I. F. Stone, ‘The Nazi Industrial Plot for the Next War’ and
Ámerican Big Business and the Future of the Reich’[both from 1945] in
The Truman Era. New York: Vintage,1973 [1953], pp. 18-23.
[12] Daniele Ganser, NATO’s Secret Armies. Operation Gladio and
Terrorism in Western Europe. London: Frank Cass, 2005.
[13] The shifting structure of the transnational ruling class (networks
of interlocking directorates, planning groups, families and social
networks) between 1996 and 2006 is documented in William K. Carroll, The
Making of a Transnational Capitalist Class. Corporate Power in the
Twenty-First Century. [with C. Carson, M. Fennema, E. Heemskerk, and J.P.
Sapinski]. London: Zed Press, 2010.
[14] Otto Holman, ‘Asymmetrical regulation and multidimensional
governance in the European Union’ (2004) in Jessop and Overbeek,
Transnational Capital and Class Fractions, pp. 149-51.
[15] What followes largely draws on my forthcoming Israel and 9/11.
[16] This triangle of is in my States of Emergency pp. 77-84; Jonathan
Nitzan and Shimshon Bichler, The Global Political Economy of Israel,
London: Pluto Press, 2002, p. 272, fig. 5.9; see also Shoshana Zuboff,
The Age of Surveillance Capitalism. The Fight for a Human Future at the
New Frontier of Power. London: Profile Books, 2019.
[17] Nitzan and Bichler, Global Political Economy of Israel, pp. 345-6.
[18] Christopher Bollyn, ‘9-11 and Alvin Krongard—Israel’s Agent at the
CIA.’ New 911 Inside Job, 27 March 2012 (online).
[19] Whitney Webb, One Nation Under Blackmail. The sordid union between
Intelligence and Organized Crime that gave rise to Jeffrey Epstein.
Waltersville, Oregon: Trine Day. 2022. 2 vols. Vol. 1, p. 382.
[20] Ibid., pp. 390-391; on Maxwell’s role, vol. 2, p. 363.
[21] Ibid., vol. 1, pp. 386-7.
[22] Ibid., pp. 389-91 and vol. 2, p. 162; on Ls Alamos, pp. 291, 294.
[23] John J. Mearsheimer and Stephen M. Walt. The Israel Lobby and U.S.
Foreign Policy. New York: Farrar, Straus and Giroux, 2007, p. 113.
[24] Webb, One Nation Under Blackmail, pp. 77, 124-5, cf. 110;
Mearsheimer and Walt, The Israel Lobby, p. 128.
[25] Carroll, The Making of a Transnational Capitalist Class, p. 148,
Fig. 6.6.
[26] Ibid. vol. 2, pp. 8, 20-2, 128-91; Misha Glenny, McMafia. Seriously
Organised Crime. London: Vintage, 2009, pp. 22-3.
[27] Simon Speakman Cordall, ‘What Were Jeffrey Epstein’s Links to
Israel?’ Al Jazeera, 9 February 2026 (online).
[28] Ibid.
[29] Pam Martens and Russ Martens, ‘The Billionaires in the Epstein
Files and Their Ties to Israel’. CounterPunch, 11 August 2025 (online).
[30] Richard Gizbert, ‘The Anatomy of the Epstein Network’. Interview
with Meenakshi Ravi (contributions by Murtaza Hussain). The Listening
Post, Al Jazeera, 9 February 2026 (online); and ‘Epstein, Israel’s Barak
discussed “gigantic” consultancy sums paid to Blair’ Al Jazeera (staff
report), 4 February 2026 (online)
[31] Murtaza Hussain in Gizbert, ‘The Anatomy of the Epstein Network’.
[32] Webb, One Nation Under Blackmail, vol. 2, pp.125-7.
[33] Bastiaan van Apeldoorn and Naná de Graaff, American Grand Strategy
and Corporate Elite Networks. The Open Door since the end of the Cold
War. London: Routledge, 2016, pp. 147-8, fig. 5.2; Richard Perle et al.,
A Clean Break: A New Strategy for Securing the Realm. Jerusalem and
Washington: The Institute for Advanced Strategic and Political Studies,
1996.
[34] Christopher Bollyn, Solving 9/11. The Deception That Changed the
World [foreword, G. Stanish]. Self-published, 2012, pp.179-82.
[35] Mearsheimer and Walt, The Israel Lobby, pp. 122-4.
[36] ‘Military Merger’, interview with Dennis Kucinich. The Tucker
Carlson Show, 6 July 2026 (online)
Link zum Originaltext bei ' Free21 '
..hier
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Kees van der Pijl, Editor's Choice, Geopolitik, Gesellschaft &
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