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11.03.2017  00:30
Die Neue Weltordnung der Medien
In wenigen Monaten hat sich der Inhalt der nationalen und internationalen Medien im Westen tiefgreifend verändert. Wir wohnen der Geburt einer Entente bei, von der wir weder die ursprünglichen Initiatoren, noch die wirklichen Ziele kennen, deren unmittelbare Auswirkungen gegen die Demokratie wir aber unmittelbar beobachten. [Quelle: voltairenet.orgJWD

Von Thierry Meyssan  |  Voltaire Netzwerk  |  Damaskus (Syrien) |  07. März  2017
 

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Quelle: voltairenet.org (verlinkt)

Der Westen geht durch eine beispiellose System-Krise: Mächtige Kräfte richten in zunehmendem Maße die Gesamtheit aller Medien in eine einzige Richtung. Dazu simultan wandelt sich auch der Inhalt der Medien: Letztes Jahr noch waren sie logisch und versuchten sich in Objektivität. Sie lieferten in sauberer Homogenität eine gemeinsame Widersprüchlichkeit. Inzwischen agieren sie bandenmäßig, gründen ihren Zusammenhalt auf Emotionen und werden bösartig gegenüber allen Individuen, welche sie denunzieren.

Die Idee einer Entente der Medien ist die Fortsetzung des Experimentes des "International Consortium for Investigative Journalism" (ICIJ), welches nicht die Medien vereinigt, sondern, in individueller Ansprache, einzig und allein die Journalisten.

Seinen Ruhm hat es sich erworben durch die Veröffentlichung der gestohlenen Buchhaltungs-Daten der beiden Anwalts-Kanzleien der britischen Jungferninseln, der Kanzlei PricewaterhouseCoopers, der HSBC Bank und der panamaischen Kanzlei Mossack Fonseca.

Diese Veröffentlichungen wurden in erster Linie dazu benutzt um chinesische und russische Führungskräfte zu diskreditieren, manchmal allerdings auch um Licht in wirkliche Verbrechen von Abendländischen Führungskräften zu bringen. Vor allem hat die tiefgreifende Verletzung des Dienstgeheimnisses der Rechtsanwälte und Banken unter dem rühmlichen Vorwand des Kampfes gegen die Korruption, tausenden Kunden schweren Schaden zugefügt ohne irgendeine Reaktion in der öffentlichen Meinung hervorzurufen.

Bereits seit etwa 40 Jahren ist eine progressive Reorganisation der Medien in internatlonalen Trusts zu beobachten. Aktuell teilen sich 14 Gruppen mehr als 2/3 der abendländischen Presse (21st Century Fox, Bertelsmann, CBS Corporation, Comcast, Hearst Corporation, Lagardère Group, News Corp, Organizações Globo, Sony, Televisa, The Walt Disney Company, Time Warner, Viacom, Vivendi).

Nichts desto trotz webt die Allianz mit Hilfe von Google Media Labs und First Draft weitere Verbindungen zwischen diesen Gruppen, die bereits eine dominierende Position innehatten. Die Präsenz dieser Entente der drei Haupt-Presse-Agenturen des Planeten (Associated Press, Agence France-Presse, Reuters) sichert ihnen eine hegemonlale Schlagkraft. Es handelt sich ohne Zweifel um eine "illegale Absprache", nicht getroffen mit dem Ziel einer Preisabsprache, sondern zur Versiegelung der Geister, der Durchsetzung einer bereits dominierenden Gedankenrichtung.

Man kann beobachten, dass - ohne Ausnahme - alle Mitglieder der Goolge-Entente, im Lauf der letzten sechs Jahre, eine eindeutige Vision über die Vorkommnissen im erweiterten Mittleren-Orien abgegeben haben. Es gab unter ihnen vorher eigentlich keine Absprache, oder aber diese wurde nicht bekannt. Es macht stutzig, dass in dieser Entente fünf der sechs internationalen Fernsehsender vertreten sind, die in den NATO-Propagandastab involviert waren (Al-Jazeera, BBC, CNN, France24, Sky).

In den USA, Frankreich und Deutschland, haben Google und First Draft ("erster Entwurf") Medien, die gleichzeitig lokal in diesen Ländern präsent waren und andere mit internationaler Verbreitung zusammengeführt, um den Wahrheitsgehalt von bestimmten Argumenten zu verifizieren. Außer der Tatsache, dass niemand weiß, wer sich hinter First Draft versteckt und welche politischen Interessen ein auf Informatik spezialisiertes Wirtschaftsunternehmen dazu getrieben hat diese Initiative zu finanzieren, so lässt sich am Ergebnis kein allzu großen Beitrag der Rückkehr zur Objektivität erkennen.

Zunächst weil die verifizierten Beschuldigungen nicht danach ausgewählt wurden, dass sich sich in der öffentlichen Diskussion behaupten können, sondern weil diese von Individuen zitiert werden, welche diese Entente denunzieren möchte. Man kann glauben, dass diese Verifizierungen erlauben würden sich der Wahrheit zu nähern, indessen ganz im Gegenteil: Sie bestärken beim Bürger den Eindruck, dass diese Medien honett sind, während alle Personen, welche sie denunzieren dies nicht sind. Diese Vorgehensweise zielt nicht darauf ab, die Welt besser zu verstehen, sondern um die Menschen herunter zu holen um sie abzuschlachten.

Weiterhin, weil eine ungeschriebene Regel dieser Medien-Entente will, dass man die Beschuldigungen nur außerhalb der Mitglieder dieser Entente verifizieren kann. Die Mitglieder dieser Entente versagen sich Esprit zu beweisen. indem sie sich untereinander nicht kritisieren. Es geht darum die Idee zu stärken, dass die Welt nur in zwei Teile gespalten ist: "Wir" - sagen die Wahrheit, "Die Anderen" - sind Lügner.

Diese Vorgehensweise schädigt das Prinzip des Pluralismus, die Vorraussetzung für Demokratie und öffnet weit die Wege zu einer totalitären Gesellschaft. Sie ist nicht neu, denn wir haben sie am Werk gesehen bei der Verschleierung des arabischen Frühlings und der Kriege gegen Libyen und Syrien. Aber zum ersten Mal vergreift sie sich an einem Strom abendländischen Denkens.

Schließlich, weil Beschuldigungen, die niemals als "falsch" qualifiziert sein werden, auch niemals als Irrtum sondern immer als Lügen eingestuft sein werden. Es geht also a priori darum, "Anderen" machiavellische Absichten zuzuweisen um sie zu diskreditieren. Diese Vorgehensweise schädigt die Unschuldsvermutung.

Aus diesem Grund ist die Funktionalität der ICIJ und der von Google und First Draft geschaffenen Entente, gegen die von der Internationalen Organisation der Journalisten (Titre II, articles 2, 4, 5 et 9) angenommene Charta von München gerichtet.

Es ist nicht gleichgültig, dass die irrigen Justiz-Aktionen sich gegen die dieselben Zielscheiben wie die Entente der Medien entwickelt haben. In den USA hat man das Gesetz gegen Hogen ausgegraben um es gegen Trump zu richten, obwohl dieser Text niemals, absolut niemals seit seiner Verkündung vor zwei Jahrhunderten angewandt wurde.

In Frankreich hat man das Jolibois-Gesetz eingesetzt gegen politische Tweets von Marine Le Pen, obwohl die Judikative seine Anwendung eingeschränkt hatte auf einige ultra-pornographische und unverpackte Magazine. Nachdem das Prinzip der Unschuldsvermutung ausradiert wurde um die Menschen abzuschlachten, ist es möglich diese unter jedem beliebigen Vorwand anzuklagen. Aktuell müssten die Aktionen, die, im Namen des Gesetzes, gegen Trump’s Team und Marine Le Pen beabsichtigt sind, genauso gegen zahlreiche andere Personen ausgelöst werden, werden es aber nicht.

Im Übrigen reagieren die Bürger nicht mehr, wenn die Entente der Medien selbst falsche Beschuldigungen verbreitet. So hat diese in den USA sich ausgedacht, dass der russische Geheimdienst über kompromittierende Unterlagen gegen Donald Trump verfüge und diesen damit erpresse. Oder in Frankreich hat diese Entente erfunden, dass man eine parlamentarische Assistentin zum Schein anstellen könne und hat diesbezüglich Francois Fillon beschuldigt.

In den USA haben sich die großen und kleinen Medien-Mitglieder dieser Entente in den Präsidenten verbissen. Sie ziehen ihre eigenen Informationen aus abgehörten Telefongesprächen des Trump-Teams, welche die Obama Administration widerrechtlich befohlen hatte. Sie koordinieren sich mit den Richtern, welche sie benutzen um die aktuelle Regierungsarbeit zu blockieren. Es handelt sich ohne Zweifel um ein mafioses System.

Dieselben Medien US und Französisch beharken zwei Kandidaten für die französischen Präsidentschaftswahlen. Francois Fillon und Marine Le Pen. Zum generellen Problem der Medien-Entente fügt sich der irrige Eindruck, dass die Zielscheiben Opfer eine franco-französischen Verschwörung sind, wohingegen der Befehls-Geber us-amerikanisch ist. Die Franzosen stellen fest, dass ihre Medien manipuliert sind, interpretieren zu Unrecht diese Kampagne als gegen die Rechte gerichtet und versuchen ebenfalls zu Unrecht, die Manipulierer im eigenen Land.

In Deutschland ist die Entente noch nicht wirksam und dürfte es erst zu den Wahlen sein.

Zu Zeiten von Watergate haben die Medien gefordert, nach Exekutive, Legislative und Judikative eine "vierte Macht" zu bilden. Sie haben versichert, dass die Presse, im Namen des Volkes, eine Kontrolle über die Regierung ausübe. Übergehen wir die Tatsache, dass dasjenige, was Präsident Nixon vorgeworfen wurde vergleichbar war mit dem was Obama gemacht hat: Seine Opposition abzuhören. Heute kennt man die Quelle von Watergate, "Tiefer Hals", weit ab davon ein "Alarmgeber" zu sein, war in Wahrheit der Direktor des FBI, Mark Felt. Die Verarbeitung dieser Affaire war eine Schlacht zwischen einem Teil der Administration und dem Weißen Haus in welcher die Wähler von beiden Parteien gleichzeitig manipuliert wurden.

Die Idee der "Vierten Gewalt" unterstellt, dass man den 14 Trusts welche die große Mehrheit der abendländischen Medien halten, dieselbe Legitimität zuerkennt wie den Bürgern. Das heißt aber die Substitution der Demokratie durch eine Oligarchie zu bestätigen.

Bleibt noch ein Punkt der zu erhellen wäre: Wie werden die Ziele der Entente ausgewählt? Die einzige unverkennbare Verbindung zwischen Donald Trump, Francois Fillon und Marine Le Pen ist, dass alle versuchen den Kontakt mit Russland wieder aufzunehmen und mit ihm gegen die Matrix des Djihadismus zu kämpfen: Die Muslim-Brüder. Obwohl Francois Fillon bereits Premierminister einer Regierung war, welche in diese Ereignisse einbezogen ist, so inkarnieren alle drei einen Gedankenstrom, welcher der dominierenden Vision des arabischen Frühlings und der Kriege gegen Libyen und Syrien widerspricht.

Autor: Thierry Meyssan | Übersetzung: Ralf Hesse

Thierry Meyssan: Französischer Intellektueller, Präsident und Gründer des Réseau Voltaire und der Konferenz Axis for Peace. Er veröffentlicht Analysen über ausländische Politik in der arabischen, latein-amerikanischen und russischen Presse. Letztes, auf Französisch veröffentlichte Werk : L’Effroyable imposture : Tome 2, Manipulations et désinformations (hg. JP Bertand, 2007).

Dieser Beitrag ist unter Lizenz der Creative Commons (CC BY-NC-ND)

Link zum Originaltext bei ' voltairenet.org '  ..hier


08.03.2017 [Quelle: nds.de / Jens Berger]
Wikileaks veröffentlicht beunruhigende Daten über
Hacker bei der CIA und niemanden interessiert es

 

Wikileaks veröffentlicht beunruhigende Daten über Hacker bei der CIA und niemanden interessiert es
Quelle: nds.de (verlinkt)

Bislang wurden Nerds, die die Kameralinse an ihrem Laptop mit einem Klebestreifen zukleistern, ja oft noch mitleidig belächelt … immer diese Paranoiker. Zumindest das sollte sich eigentlich spätestens seit heute ändern. Wie die jüngsten Enthüllungen von Wikileaks belegen, verfügt die CIA über zahlreiche Hacker-Techniken, mit denen sie nicht nur traditionelle Software auf Computern infizieren und für ihre Zwecke nutzen kann. Das besondere Interesse der CIA scheint vor allem darin zu bestehen, sogenannte „smarte“ Elektronikgeräte in Wanzen und Überwachungskameras umzuwandeln. Dies ist eine neue Eskalationsstufe im Krieg um unsere Privatsphäre.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.[..hier]

In Zeiten von Skype, iPhone, Alexa, Siri, Bordcomputern im Auto und internetfähigen Fernsehgeräten, Waschmaschinen und Mikrowellen sind wir von Geräten umgeben, die man mit einem kleinen Hack zu Überwachungstechnik umfunktionieren kann, mit der jeder unserer Schritte, jede unserer Gesten und jedes unserer Worte protokolliert werden kann. Ach ja – nebenbei hat Wikileaks auch veröffentlicht, dass das US-Konsulat in Frankfurt am Main offenbar eine verdeckte Hacker-Basis betreibt. Und wo bleibt der Aufschrei? Keine 12 Stunden nach der Veröffentlichung auf Wikileaks haben die Medien schon wieder auf Alltag umgeschaltet. SPON berichtet von russischen Verschwörungstheorien, die Süddeutsche echauffiert sich über das Frauenbild der „Populisten“ und die WELT lobt Ungarns Umgang mit den Flüchtlingen. Anders die NZZ, die sich mächtig aufregt … und zwar über das böse Wikileaks, das sich „erneut in russische Pläne hat einspannen lassen“ und „die USA und ihre Verbündeten“ attackiert. Nicht die Verantwortlichen, sondern die Überbringer der schlechten Nachrichten stehen mal wieder im Fokus des medialen Zorns. Wahnsinn.

Das Smartphone, das gerade eben neben ihnen liegt, könnte theoretisch auch eine sehr smarte Wanze sein. Es hat ein Mikrofon, eine Kamera, einen GPS-Empfänger, es kann ihre Mails und ihre Chatnachrichten lesen, ihre Schritte tracken und ein lückenloses Bewegungsprofil von ihnen erstellen. Über Funk und WLan lassen sich diese Daten auch mühelos auslesen, wenn man denn Zugriff auf die Technik hat. Und Hand aufs Herz – würden sie einen größeren Betrag darauf wetten, dass die US-Dienste keinen Zugriff auf diese Informationen und keinen Zugriff auf die Hardware in ihrem Smartphone haben? Wenn ja, dann schauen Sie sich doch bitte vorher noch einmal die Dokumente von Wikileaks an. Das Apple-Smartphone- und –Tablett-Betriebssystem iOS steht bei der CIA mit zahlreichen Schwachstellen auf der Geräteliste und der große Konkurrent Android sieht mit seinen zahlreichen Zero-Days, Exploits und weiteren Schwachstellen kaum besser aus. Laut Wikileaks setzt sich das Hacker-Arsenal der CIA dabei sowohl aus Eigenentwicklungen als auch aus Zukäufen und Zulieferungen vom GCHQ, von der NSA, vom FBI oder von privaten Entwicklern von Hacking-Tools zusammen. Und dieses Arsenal ist durchaus beeindruckend. Es ist übrigens davon auszugehen, dass nicht nur das CIA über diese Techniken verfügt. Die NSA dürfte über ein mindestens genau so großes Arsenal verfügen und auch das britische GCHQ wird sicher beim großen Lauschangriff nicht außen vor bleiben.

Es sind dabei keinesfalls „nur“ die Smartphones, die bei CIA und Co. auf der Liste der Ziele stehen. Wenig überraschend dürfte sein, dass der Großteil der verfügbaren Tools immer noch auf Software für Windows, Mac OS und Linux basiert – angefangen bei Programmen für die Steuererklärung, über Browser, Mail- und Konferenzprogramme, bis hin zu Spielen, Sicherheits- und Anti-Viren-Lösungen. Überraschender ist da schon, dass auch die Software, die auf einigen Fernsehgeräten und in zahlreichen Autos läuft, von der CIA vorsätzlich manipuliert wird. Dass sie in ihrem eigenen Auto von der CIA abgehört werden und die Software ihres Autos (VSEP) auch auf Befehl von CIA-Hackern ihr Auto gegen einen Baum steuern könnte, war bislang nur in Spionage-Thrillern, wie Michael Lüders prophetischen „Never Say Anything“ zu lesen. Wenn die Techniken, die Wikileaks in seinem „Vault 7“ aufdeckt, wirklich existieren und funktionieren, ist genau dies schon heute möglich.

Im Zentrum der Hacking-Aktivitäten scheint jedoch die smarte Unterhaltungselektronik zu stehen. Über das Projekt „Weeping Angel“ hat die CIA eine Software entwickelt, die smarte Fernsehgeräte von Samsung in einen „Fake-Off-Modus“ versetzt, dem Nutzer also vorgaukelt, dass das Gerät ausgeschaltet sei. In Wirklichkeit zeichnet Samsungs Fernseher jedoch über die Mikrofone auf, was sie sagen, und kann sie mit den implementierten Kameras, die für Videokonferenzen gedacht sind, auch filmen. Wie war das noch mit der abgeklebten Kamera und der Paranoia?

Genau diese Technik ist es auch, die uns besonders beunruhigen sollte. Und dies aus gleich mehreren Gründen. Zum Einen ist die Updatefrequenz der Software auf smarten Elektrogeräten wesentlich langsamer als auf Computern oder Smartphones. Schwachstellen wie Zero-Days oder Exploits bleiben so mitunter jahrelang erhalten, sodass die Dienste es besonders einfach haben, auf diese Geräte zuzugreifen. Zum Anderen sind derlei smarte kleine Helfer absolut im Trend. Vor allem die Stimmerkennung gilt als eine Zukunftstechnik mit großem Potential. Was heute als Siri, Alexa, Google Assistant oder Cortana auch bereits auf TV-Boxen, Fernbedienungen, Lautsprechern und anderen Home-Elektronik-Geräten läuft, wird schon bald in unzählige Geräte des Alltags implementiert sein. Ein Albtraum für Datenschützer, ein Traum für Hacker im Dienst der Dienste.

Das absolute Albtraum-Szenario, bei dem die Dienste ohne großen Aufwand in jedem Auto, jedem Gebäude und via Smartphone sogar in der freien Wildnis jeden Menschen nach freiem Belieben abhören können, ist vielleicht gar nicht mehr so weit und in einzelnen Fällen sicher bereits Realität. Die Wikileaks-Enthüllungen gehen jedoch noch einen Schritt weiter. Nach Aussagen ehemaliger CIA-Mitarbeiter zeigen die Dokumente auch auf, dass die Software in der Lage ist, falsche Fährten zu legen. „Wenn man einen Cyberangriff durchführt, möchte man nicht, dass draufsteht ‚Made in USA´“, so der ehemalige CIA-Arbeiter Philipp Mudd gegenüber tagesschau.de. Die ARD-Nachrichtenmacher lassen dieses Zitat so im Raum stehen. Was aber bedeutet diese – nicht unbedingt neue – Erkenntnis im Kontext zur aktuellen Debatte rund um die angeblichen Hacking-Aktivitäten der Russen? Wir befinden uns offenbar noch ganz am Anfang einer viel größeren Debatte über digitale Forensik und die Unmöglichkeit, digitale Beweise abseits der allmächtigen Geheimdienste zu bewerten.

Dass es wieder einmal einen US-Dienst „erwischt“ hat, ist natürlich kein Zufall. Mit Sicherheit versuchen auch französische, deutsche, russische, chinesische, indische oder albanische Dienste an derlei Techniken zu kommen … offenbar sind die USA da aber tatsächlich eine Klasse für sich, was freilich auch etwas mit den unglaublichen Mitteln zu tun hat, die den US-Diensten zur Verfügung stehen.


Quelle: nds.de (verlinkt)

Wieder einmal sind die Amerikaner erwischt worden; wieder einmal hält sich der Protest in Deutschland in sehr überschaubaren Grenzen. Dabei hat Wikileaks als kleines Schmankerl doch sogar die zweite CIA-Hacker-Zentrale, neben Langley/Virgina offenbart – und die liegt in der Gießener Straße in Frankfurt am Main, in einem Areal der US-Konsulats, das offenbar als „Sensitive Compartmented Information Facility“ (SCIF) bezeichnet wird. Die CIA spioniert also von Frankfurt aus. Interessant. Und wen spioniert man wo mit welcher Begründung aus? Ist das demokratisch legitimiert? Und juristisch? Fragen über Fragen … Fragen, die nicht gestellt werden und daher auch nicht beantwortet werden müssen. Denn vor allem die deutsche Regierung ist bei den Spionage-Aktivitäten der US-Dienste ja schon traditionell desinteressiert. Warum sollte das auch anders sein? Die Medien interessieren sich für solche Dinge ohnehin nur am Rande und in zwei Tagen ist der Spuk ohnehin vorbei und auch „das Netz“ treibt dann schon wieder die nächste Sau durchs Dorf. Erdogan? Trump? Oder diesmal Bernd Höcke? Irgendwer wird sich schon finden, der den nächsten Shitstorm auslöst und das Thema CIA endgültig von der Agenda verdrängt.

Wäre es nicht die CIA, sondern der FSB gewesen … ja dann sähe die Sache freilich anders aus. Dann hätten wir schon gestern einen ARD-Brennpunkt gehabt und alle Zeitungen würden Zeter und Mordio schreien. Dann gäbe es sicher auch schon morgen einen nationalen Sicherheitsplan zur Cyber-Abwehr und die SPIEGEL-Grafiker würden sich schon mal an den Entwurf eines lauschenden Russen machen, der in unserem Wohnzimmer sitzt und auf dem nächsten Cover des SPIEGEL verewigt werden soll.

Ja, ja, die Russen. Können Sie sich eigentlich noch an den „großen Hackerangriff“ auf die Telekom im November letzten Jahres erinnern? Der Angriff, der laut Medien mit den „Machenschaften russischer Gruppierungen“ in Verbindung stehen soll? Der Hauptverdächtige sitzt seit zwei Wochen in Großbritannien in Untersuchungshaft. Es ist ein britischer Staatsbürger … kein Wunder, dass sie von dieser Meldung sicher noch nichts gehört haben. Auch die aktuellen Enthüllungen von Wikileaks werden sicher sehr schnell in Vergessenheit geraten.

Link zum Originaltext bei ' nachdenkseiten.de '  ..hier


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